Eine Entscheidung aus der Praxis
Vom Versuch
zur neuen Routine.
Zwei Funktionen, unterschiedliche Arbeitsweisen und ein gemeinsamer Entscheid: Im Rüttigarten wurde aus einem Pilotprojekt ein neuer Teil des Pflegealltags.
Der Anfang
Eine Beobachtung ist schnell gemacht.
Ein guter Eintrag braucht Worte.
Im Rüttigarten in Schattdorf leben Menschen auf 84 Pflegeplätzen. Ihre Betreuung bringt jeden Tag Beobachtungen mit sich, die sorgfältig festgehalten werden müssen. Genau hinsehen gehört zur Pflege. Das Erlebte anschliessend verständlich und professionell zu formulieren, ist eine weitere Aufgabe.
Als topCare den Betrieb einlud, neue Dokumentationsfunktionen in careCoach zu erproben, war das Interesse deshalb schnell geweckt. Von März bis April 2026 testete das Team zwei Zugänge: Beobachtungen direkt einsprechen oder bereits geschriebene Texte am Computer überarbeiten lassen. Zwei Testzyklen boten Gelegenheit, die Funktionen im eigenen Arbeitsalltag kennenzulernen.
Einsprechen
Aus gesprochenen Beobachtungen entsteht ein professionell formulierter Pflegetext.
Überarbeiten
Ein geschriebener Eintrag lässt sich sprachlich verfeinern und präziser ausdrücken.
Die Pflegeperson prüft und ergänzt den Eintrag, bevor er gespeichert wird.
Ein Blick in den Pilotbetrieb
Nicht nur ausprobiert.
Im Alltag genutzt.
Rund ein Viertel der Verlaufseinträge entstand im Pilotbetrieb mit Unterstützung der neuen Funktionen.
- 3’388
- KI-gestützte
Dokumentationen - 42
- Tage
Pilotbetrieb - 23
- Geräte
im Einsatz
Nutzungsangaben aus dem Rüttigarten-Referenzbericht, Juni 2026.
Das Zusammenspiel
Ein Team.
Zwei passende Wege.
Im Verlauf des Pilots zeigte sich: Nicht alle Mitarbeitenden nutzen dieselbe Funktion auf dieselbe Weise. Fachpersonen arbeiteten eher am PC. Die Reformulierung half ihnen, geschriebene Texte sprachlich zu verbessern und bei Bedarf präziser auszudrücken.
Assistenzpersonen griffen häufiger zur mobilen Spracheingabe – direkt am Bett oder im Zimmer der Bewohnenden. Aus Sicht des Betriebs liessen sich Tätigkeiten und Beobachtungen dadurch genauer festhalten. Für die Fachpersonen standen damit differenziertere Informationen zur weiteren Beurteilung der Pflegesituation bereit.
So beschreibt der Bericht die Funktionen als Ergänzung zueinander: keine einheitliche Arbeitsweise für alle, sondern unterschiedliche Zugänge für unterschiedliche Situationen. Rückmeldungen aus dem Team flossen während der Pilotphase in die sprachliche Verfeinerung ein. Die Leitung verbindet diese Anpassungen mit einer besseren Textqualität und wachsender Akzeptanz.
Gut ankommen
Die Beobachtung zählt.
Nicht die perfekte Formulierung.
Besonders für Mitarbeitende mit Deutsch als Zweitsprache sieht die Leitung einen Nutzen. Nach der Erfahrung des Rüttigartens wurden auch einfache Formulierungen und unterschiedliche Akzente gut verstanden und in professionelle, neutrale Pflegetexte übertragen. Das kann die Suche nach den richtigen Worten erleichtern, ohne den Inhalt der Beobachtung aus der Hand zu geben.
Damit eine neue Funktion selbstverständlich wird, braucht es neben Technik auch einen passenden Rahmen. Der Betrieb nennt kleine Rückzugsmöglichkeiten oder eigene Diktierbereiche als hilfreichen Einstieg: Orte, an denen sich Mitarbeitende beim Einsprechen wohlfühlen und die neue Arbeitsweise in Ruhe ausprobieren können.
Die Leitung beschreibt die Unterstützung nicht als Kontrolle, sondern als Entlastung. Im Bericht verbindet sie diese Erfahrung mit mehr Freude an der Arbeit und einer stärkeren Identifikation mit dem Betrieb.
Was zurückkommt
Ein spürbarer Unterschied.
Aus Sicht des Teams.
Die Rückmeldungen betreffen nicht nur die Formulierungen. In der Befragung zum Rüttigarten-Pilot gaben die Mitarbeitenden auch eine Entlastung beim Zeitaufwand an. Für Geschäftsleiter Volker Zaugg ist dieser wahrgenommene Gewinn ein wesentlicher Teil des Nutzens.
Zaugg beschreibt die laufenden Kosten als überschaubar und das Verhältnis von Aufwand und Nutzen als überzeugend. Aus seiner Sicht lohnt sich die Investition finanziell und unterstützt zugleich Qualität, Effizienz und Zufriedenheit im Betrieb. Dahinter steht der Wunsch, weniger Zeit auf das Formulieren von Einträgen zu verwenden und sich stärker den Bewohnenden widmen zu können.
Der Entscheid
Aus dem Pilot
wird ein fester Bestandteil.
Nach der Pilotphase entschied sich der Rüttigarten laut Referenzbericht für die dauerhafte Einführung der Dokumentationsfunktionen in careCoach. Ausschlaggebend waren die berichtete Zeitersparnis, die wahrgenommene Verbesserung der Textqualität und die hohe Zufriedenheit der Mitarbeitenden.
Auch die Begleitung durch topCare und adamcares hebt die Geschäftsleitung positiv hervor. Sie beschreibt die Auswertungen als transparent und den technischen Betrieb als stabil. Für Zaugg ist die Einführung damit mehr als ein abgeschlossenes Technikprojekt: Sie gehört zu seiner Vorstellung einer modernen Pflegeorganisation, die neue Möglichkeiten im eigenen Alltag erprobt und gemeinsam mit dem Team weiterentwickelt.
Nach dem Referenzbericht des Alters- und Pflegeheims Rüttigarten, Juni 2026.
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